„Kulturkampf“ in Ungarn

Seit Anfang September halten Student*innen in Budapest die Hochschule für Theater- und Filmkunst besetzt. Hintergrund: Die ungarische Staatsregierung hat die Hochschule einer regierungsnahen Stiftung untergeordnet, die die Leitung ausgewechselt und gegen regierungsfreundliches Personal eingetauscht hat. Nun sind Lehrende und Studierende im Streik, einige halten die Universitätsgebäude besetzt. Es ist ein neuer Höhepunkt im Kulturkampf, der in Ungarn tobt. Attila Vidnyánsky, der Stiftungsvorsitzende und Freund Victor Orbáns, möchte an der Hochschule „linksliberale Tendenzen bekämpfen“. Dort seien „christlicher Glaube und nationalkonservative Werte schmerzlich vermisst worden“. So wie an der SZFE beschneidet die Regierung allerorten im Kulturleben Freiheit und Eigenständigkeit der Kulturinstitutionen.

In einem Zoom-Gespräch berichteten Prof. Lászlo Bagossy und der Student Jakob J. Ladanyi über die Lage der Kulturschaffenden an der Hochschule im Besonderen und in Ungarn im Allgemeinen.
Moderation: Stephan Oszváth (Journalist) und Agnes Relle (Übersetzerin)

Hier geht es zum Zoom-Meeting:
https://us02web.zoom.us/j/82652111220

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den Festspielen Europäischen Wochen Passau statt.

„Wer nimmt unseren Dreck?“ – abgesagt!

Diese Veranstaltung fällt leider coronabedingt aus.

Die Standortfrage für ein Endlager für Atommüll beschäftigt seit geraumer Zeit Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und interessierte Bürger*innen. Ende September hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung mit dem „Zwischenbericht Teilgebiete“ im Herbst 2020 erstmals bekanntgegeben, welche Regionen für sie überhaupt in Betracht kommen. Der Bayerische Wald, der Landkreis und die Stadt Passau sind als mögliche Standorte aufgeführt.

Auf dem Nibelungenplatz (vor der Buchhandlung Pustet) wird ein zum „Atomklo“ umgebautes Dixie-Klo aufgestellt. In diesem wird Einblick in das Verfahren des Standortauswahlgesetzes und seiner Umsetzung gewährt. Es werden Gesichtspunkte über mögliche oder unmögliche Partizipation betroffener Regionen und Fragen der Transparenz aufgeworfen.

Die Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt. tritt mit dieser Aktion seit August 2020 durch Deutschland um in potenziell betroffenen Regionen auf das Thema aufmerksam zu machen.

 

 

 

 

Ein etabliertes Open Source System zur Bürgerbeteiligung – im Café Duftleben!

Das Corona-Virus versetzt die Welt aktuell in einen Ausnahmezustand: Das politische Leben muss deshalb nicht erstarren. Nutzen wir die digitalen Räume, die uns zur Verfügung stehen! Über die Demokratie-Software Consul können Bürgerinnen und Bürger ihr Miteinander digital gestalten, mitbestimmen, debattieren, Politik gestalten.

Über 140 Städte und Institutionen nutzen weltweit die kostenlose Open-Source-Software, auch Städte in der Größenordnung Passaus. Vor kurzem sind mit Detmold und Castrop-Rauxel die ersten deutschen Städte mit Consul online gegangen. Es scheint nicht nur eine kurzfristige Lösung für die aktuelle Krise zu sein, um Politik auch von zuhause mitzugestalten, sondern eine Investition in die Zukunft und wichtige Ergänzung zur konventionellen Bürgerbeteiligung.

Der Projektleiter Consul Simon Strohmenger erläuterte im Ausweich-Ort Café Duftleben die Möglichkeiten in Passau und welche Vor- und Nachteile digitale Partizipation mit sich bringt.

Demokratie leben mit den Jüngsten unserer Gesellschaft

Wie kann es gelingen, in Familie und Kindergarten eine demokratische Alltagskultur zu leben, in der das Kind sich als wichtiger Teil einer Gemeinschaft wahrnehmen kann? Kleine Schritte dahin können sein: Die Persönlichkeit aller einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft wahrnehmen und wertschätzen; Kinder in Alltagsprozesse mit einbinden und zur Mitbestimmung befähigen; Verantwortung fürs Handeln tragen.
Susanne Kayko, Pädagogin im Waldkindergarten und systemische Beraterin, leitete den Workshop im Hotgel Passauer Wolf, an dem rund 10 Gäste teilnahmen, mit viel Gedankenaustausch und viel Interaktion, so weit dies die schwieriger werdenden Corona-Bestimmungen zuließen.

Ideen gesucht: Aufruf zur Beteiligung!

Erstmals gibt es zu den „Wochen zur Demokratie“ einen Innovationsfonds, um Vorhaben zu fördern, die das gesellschaftliche Miteinander stärken. Damit schaffen wir einen Rahmen, der Mut machen soll, neue Ideen zu entwickeln. Durch die Preisgelder möchten wir zugleich helfen, diese Ideen in die Tat umzusetzen.
Insgesamt stehen drei Preise im Wert von 1.800 Euro zur Verfügung. Die Vergabe ist an ein Ideenlabor gebunden, das am 24. Oktober im INN.KUBATOR der Uni Passau abgehalten wurde. Ziel ist, den Innovationsfonds weiter auszubauen. Unternehmen aus der Region könnten in den Fonds spenden, um neue Ideen zu unterstützen und ihre gesellschaftliche Verantwortung zu erweitern.
Ideenlabor für ein gutes Miteinander
Von den rund 20 Besucher*innen wurden Ideen bearbeitet, wie das Miteinander in der Stadt verbessert oder der Klimaschutz gestärkt werden kann. Zum Ideenlabor konnte man selber Ideen einbringen und/oder gemeinsam mit anderen weiterentwickeln. Als geladener Gast hielt der für die Gestaltung des INN.KUBATORS verantwortliche Architekt Alfons Döringer ein mutmachendes Plädoyer für kreative Wechselwirkungen.
Beim Abschlussfest der Wochen zur Demokratie werden die besten Vorschläge von einer Jury prämiert. Mit dem Preisgeld können die Beteiligten die Realisierung ihrer Ideen angehen:
1. Platz: 1000 €
2. Platz:   500 €
3. Platz:   300 €

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